Digitale Preisauszeichnung: Transparenz Schafft Vertrauen

Preiszettelchen-Kleben war gestern! Dennoch haben in Österreich erst wenige Apotheken auf die digitale Preisauszeichnung umgestellt. Das Potenzial ist hoch. Warum die cleveren Schildchen verkaufsfördernd wirken, erklärt Simon-Tiziano Melardi, Chief Operating Officer beim österreichischen Marktführer P-SMART.
Was sind die Mehrwerte der digitalen Preisauszeichnung?
Simon-Tiziano Melardi: Die digitale Preisauszeichnung kann einen positiven Effekt auf die Umsatzsteigerung in der Apotheke haben. Die Preisschilder lassen sich mit bestimmten Templates ausstatten – das sind farbige Hintergründe, etwa in den Signalfarben Gelb oder Rot. So kann man die Kund:innen auf Aktionen hinweisen, was sich in der Warenwirtschaftssoftware bequem für die Aktionszeiträume planen lässt. Auch kann man margenstarke Produkte oder für die Apotheke besonders attraktive Produkte gezielt bewerben, sodass der Kunde genau in jene Richtung geht, die man sich in der Apotheke wünscht. Ein Kunde, der z. B. ein Magnesiumprodukt kaufen möchte, erkennt dann am Regal am rot hinterlegten Preisschild, dass es da eine Aktion gibt, und wählt das margenstarke Eigenprodukt der Apotheke. Auch können Preisaktionen dargestellt werden, indem der alte Preis durchgestrichen und der günstigere Preis angezeigt wird. Das wirkt ebenfalls umsatzsteigernd.
Was passiert, wenn ein Produkt im Regal nicht verfügbar ist?
Melardi: Ohne digitale Preisauszeichnung steht der Kunde bei einem Lagerstand „null“ vor dem leeren Fach und weiß im Zweifel gar nicht, ob das gewünschte Produkt überhaupt in der Apotheke verfügbar ist. Das digitale Preisschild, das ja mit der Warenwirtschaft verknüpft ist, spielt jedoch automatisch einen Hinweis aus: „Im Moment nicht verfügbar. Wenden Sie sich bitte an das Ladenpersonal.“ Das Produkt kann im Großhandel bestellt werden und der Kunde kann es im Idealfall bereits am Nachmittag abholen. So geht der Umsatz nicht verloren.
In welchen Größen gibt es die digitalen Preisschilder von P-Smart?
Melardi: Wir haben das kleinste Preisschild in der Größe von einem Zoll im Programm. Die Displays gibt es in unterschiedlichen Größen bis zu 15 oder 20 Zoll. Diese großen Displays sind sehr nützlich, um Preislisten auszuspielen, wie es z. B. beim Tee-Regal Sinn macht, wo man die Preise für 50 verschiedene Teesorten anzeigen möchte. Sonderpreise können in diesen digitalen Preislisten hervorgehoben werden. Eine klassische Größe für das Einzel-Preisschild am Regal ist 1,6 Zoll, das sieht aus wie ein kleines Quadrat. Dank der energiesparenden Technologie halten die leicht zu tauschenden Knopfzellenbatterien der Preisschilder sehr lange – bei der Größe 1,6 Zoll etwa fünf Jahre lang.
Wie wirkt sich die Umstellung auf digitale Preisauszeichnung auf den Alltag in der Apotheke aus?
Melardi: Weil das Beschriften, Ausdrucken und Platzieren von Papieretiketten wegfällt, ergibt sich im Arbeitsalltag durch die digitalen Preisschilder eine enorme Zeitersparnis. PKA, die meistens mit dem Preisetiketten-Kleben beschäftigt sind, gewinnen dadurch Zeit für jene Tätigkeiten, die dazu beitragen, dass der Kunde sich wohlfühlt und vom Initial- zum Stammkunden wird. Auch die Kund:innen reagieren auf die digitale Preisauszeichnung durchwegs positiv, weil diese moderne Lösung als professionell und serviceorientiert wahrgenommen wird.
P-SMART ist ja ein IT-Startup, das erst im September 2024 gegründet wurde. Was hat sich seither am österreichischen Markt getan?
Melardi: Wir haben uns am österreichischen Markt durchgesetzt und sind hier Marktführer. 100 Apotheken in Österreich und Deutschland wurden von P-SMART bereits mit digitaler Preisauszeichnung ausgestattet. Wir arbeiten laufend an schnelleren Projektabläufen und standardisierten Prozessen, damit unsere Lösung so effizient und zügig wie nur möglich bei den Apotheken ankommt. Technisch ist unser Anspruch ganz klar: Wir wollen das Beste für die Kunden herausholen, deshalb entwickeln wir unser Produkt stetig weiter. Strategisch setzen wir auf Kooperationen mit starken Partnern wie der PHOENIX.
Ein Zeichen der dynamischen Weiterentwicklung ist, dass ich den Firmengründer Matthias Reisner unterstütze. Ich kümmere mich um den kaufmännischen Bereich, er ist für das Technische zuständig.
An welchen Weiterentwicklungen Ihres Produkts wird gerade gearbeitet?
Melardi: In der Pipeline ist ein Planungstool, mit dem man die Templates selbst bearbeiten kann. Freuen darf man sich auch auf eine Option, mit der man Kampagnen für Digital Signage gestalten wird können: Das sind Displays, über die man Bewegtbilderablaufen lassen kann. Unser großes Ziel lautet, in Österreich die Marktführerschaft auszubauen und in Deutschland ebenfalls zur Nr. 1 zu werden.
Simon-Tiziano Melardi
Simon-Tiziano Melardi ist Chief Operating Officer (COO) beim österreichischen IT-Startup P-SMART,einem Joint Venture von REMA-IT und der PHOENIX-Gruppe. In seiner Funktion verantwortet er den kaufmännischen Bereich und unterstützt Firmengründer Matthias Reisner. Gemeinsam mit PHOENIX treibt P-SMART die Digitalisierung in Apotheken voran – mit dem Ziel, Transparenz, Effizienz und Kundenzufriedenheit zu steigern.
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