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13. Juli 2022

New Work in der Pharmaindustrie:

Service | PHOENIX
New Work in der Pharmaindustrie:

Pandemie als Paradigmenwechsel.

COVID-19 hat die digitale Transformation allerorts beschleunigt, sagt Prof. Dr. Robin Rumler, Geschäftsführer Pfizer Corporation Austria. Dieser Paradigmenwechsel – die Digital Implementation – sollte daher jetzt genutzt werden. Allerdings: New Work erfordert auch New Leadership, bei dem häufiges Kommunizieren und klare Spielregeln von zentraler Bedeutung sind.

Wie hat sich das Arbeiten seit Ausbruch der Corona-Pandemie verändert?

Prof. Dr. Robin Rumler: Die Corona-Pandemie hat unsere Arbeitswelt grundlegend verändert, plötzlich war Arbeiten aus dem Homeoffice an der Tagesordnung – auch für mich eine völlig neue Erfahrung. Durch Lockdowns sind für viele unserer Mitarbeiter gleichzeitig private Herausforderungen wie fehlende Betreuungsnetzwerke für Kinder hinzugekommen. Für unseren Außendienst bedeutete dies, dass der persönliche Kontakt mit den Kunden nicht mehr möglich war. Fast zwei Jahre später sind viele Prozesse und Abläufe normal geworden: Online-Meetings mit Mitarbeitern und Kunden, Video-Konferenzen statt Dienstreisen, virtuelles Arbeiten und Lernen – ein großer Sprung in die digitale Welt hat stattgefunden.

Wie beurteilen Sie die Digitalisierung der Pharmabranche, welche Optimierungen sind noch notwendig? Kann Digitalisierung auch nachteilig sein?

Rumler: Viele Unternehmen der forschenden pharmazeutischen Industrie nutzen die Chancen der digitalen Transformation schon sehr beherzt und in vielen Anwendungsfeldern: Von der Erforschung eines Wirkstoffs und dessen Entwicklung zum Arzneimittel über die Zulassung bis hin zur Unterstützung von medizinischem Fachpersonal und Patienten – beispielsweise mit digitalen Therapiebegleitern. Eine stärkere Automatisierung und Vernetzung unserer Produktionsanlagen sowie der Einsatz moderner Technologien ermöglichen uns, unsere Produkte schneller beziehungsweise effizienter herstellen zu können. Die Nutzung von hochwertigen Gesundheitsdaten birgt große Potenziale für eine bessere Medizin.

Welche Anforderung stellt das Konzept der Neuen Arbeit an die Führungsmodelle? Wie wird sich die Rolle der Führungskraft verändern?

Rumler: Für mich war die Umstellung auf „remote leadership“ beziehungsweise digitales Führen jedenfalls eine Herausforderung. Auch nach zwei Jahren Erfahrung damit ziehe ich nach wie vor ein persönliches Gespräch dem virtuellen Austausch vor. Aber eines ist sicher: „New Work“ verlangt auch nach „New Leadership“. Kommunikation verändert sich, wenn man nicht gemeinsam in einem Raum oder Büro sitzt: Ein Teil der Körpersprache fehlt, digitale und physische Nähe sind nicht gleichzusetzen. Es ist gar nicht so einfach, die Körpersprache des Gegenübers digital wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Ich habe von Anfang an darauf gesetzt, viel mit meinen Kollegen zu sprechen und wir haben früh Spielregeln für virtuelles Zusammenarbeiten festgelegt. Wenn der persönliche Kontakt fast zur Gänze wegfällt, ist gegenseitiges Vertrauen wichtiger als je zuvor.

Apotheken und Pharmabranche: Welche Art der „neuen“ Zusammenarbeit könnte die Zukunft hier bringen?

Rumler: Die Zusammenarbeit zwischen Apotheken und der Pharmabranche ist traditionell eng und gut. Ich erwarte mir für die Zukunft ein noch besseres Interagieren, da die fortschreitende Digitalisierung auch immer mehr Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bietet. Zum Beispiel könnte verstärktes Feedback zu Kundenwünschen noch gezielteres Service bedeuten.

Was wünschen Sie sich für den heimischen Pharmamarkt? Welche Entwicklung(en) ist (sind) längst überfällig?

Rumler: Generell wäre mehr klinische Forschung in Österreich von großer medizinischer und auch wirtschaftlicher Bedeutung. Wir hätten früher die modernste Medikation im Land und damit rascher das Therapie-Know How. Ein Land, das erfolgreich Forschung und Entwicklung betreibt, ist immer interessant, auch als Produktionsstandort ausgewählt zu werden. Um all das zu erreichen, müssen die Rahmenbedingungen für klinische Forschung optimiert werden. Von Seiten der Politik wünsche ich mir ein noch klareres Ja zum Pharmastandort und ein innovations-freundlicheres Erstattungssystem.

PHOENIX print 01/22 - WORK. Life. Balance.

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